Landtag setzt Untersuchungsausschuss „Fall Mollath“ ein
Der Bayerische Landtag bekommt einen weiteren Untersuchungsausschuss: Alle Fraktionen stimmten in der Plenarsitzung vom 24. April 2013 dafür, den Untersuchungsausschuss „Fall Mollath“ einzusetzen. Der Untersuchungsausschuss soll den Fall von Gustl Mollath aufarbeiten, der 2006 gegen seinen Willen in das Bezirksklinikum Bayreuth eingewiesen worden war und seitdem dort untergebracht ist. Mollath hatte im Jahr 2003 seine Frau, mehrere Mitarbeiter sowie Kunden der HypoVereinsbank beschuldigt, Schwarzgeldgeschäfte zu betreiben. 2011 hatte eine Untersuchung der Bank einige der Vorwürfe Mollaths bestätigt.
Text: Zoran Gojic | Fotos: dpa
24.04.2013
Dr. Andreas Fischer (FDP) riet davon ab, den Untersuchungsausschuss mit falschen Erwartungen zu überfrachten. Untersucht werden könne nur das Verhalten der Behörden, Gerichtsentscheidungen seien davon ausgenommen. „Es stehen Vorwürfe im Raum, die geeignet sind, das Vertrauen in den Rechtsstaat zu erschüttern und das erfordert Transparenz und Aufklärung. Ich warne aber davor, diesen ernsten und schwierigen Fall politisch zu intrumentalisieren“, betonte Fischer. Auch Florian Herrmann begrüßte die Aufklärung eventueller Missstände, rief aber zu Sachlichkeit auf: „Die intensive Aufarbeitung der Vorgänge soll ermöglicht werden und wir haben bereits die nötigen Vorbereitungen erledigt. Der Untersuchungsausschuss ist kein Superrevisionsgericht, kein Wächterrat, kein Tribunal und keine Wahlkampfarena. Dafür werde ich als Vorsitzender sorgen.“ Für die Opposition sagte Martin Runge (Bündnis 90/Die Grünen) eine sachliche Aufarbeitung ohne vorgefasste Urteile zu: „Es kann durchaus sein, dass wir in dem einen oder anderen Punkt davon überzeugt werden, dass die Behörden richtig gehandelt haben“, versicherte Runge.
Konstituierende Sitzung am 26. April 2013
Weitere Mitglieder des Untersuchungsausschusses sind für die CSU-Fraktion Reinhard Pachner, Bernhard Seidenath und Klaus Steiner. Die SPD-Fraktion entsendet Inge Aures und Prof. Dr. Peter Paul Gantzer. Für Bündnis 90/Die Grünen sitzt Martin Runge, für die FDP Brigitte Meyer im Untersuchungsausschuss. Bereits am morgigen Freitag, 26. April 2013, treffen sich die Mitglieder des Untersuchungsausschusses um 10 Uhr im Saal 3 des Maximilianeums zur konstituierenden Sitzung. Die erste Arbeitssitzung soll am 14. Mai 2013 stattfinden.


Politik - Themen


