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Bürgerkulturpreis 2011 des Bayerischen Landtags

Anerkennungspreis Bürgerskulptur in Amberg

 
Anerkennungspreis: Die Künstler Robert Diem und Hanna Regina sowie der Amberger Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer (links)  mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Preisverleihung im Maximilianeum. - Copyright: Bildarchiv Bayerischer Landtag - Foto: Rolf Poss
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Anerkennungspreis: Die Künstler Robert Diem und Hanna Regina sowie der Amberger Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer (links) mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Preisverleihung im Maximilianeum.
© Bildarchiv Bayerischer Landtag
Das Künstlerpaar Hanna Regina Uber und Robert Diem hatte vor einem Jahr eine zündende Idee: Es wollte eine Bürgerskulptur schaffen, die den neu gestalteten Platz am Eingang zur historischen Altstadt in Amberg schmücken sollte. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung war groß – in dieser Situation nahm der Bauausschuss der Stadt einstimmig das Angebot von Hanna Regina Uber und Robert Diem an: Sie planten zwei Halbkugeln aus Edelstahl mit jeweils drei Meter Höhe, die nicht geschlossen sind und deshalb betreten werden können. Auf der Innen- und Außenseite dieser Halbkugeln sollten 1250 Bronzeplatten angebracht werden – eine Aufgabe für die Bürgerinnen und Bürger aus Amberg und der Umgebung. Sie waren aufgerufen, gemeinsam ein Kunstwerk zu schaffen und sie machten begeistert mit.

Die Plätze auf der Kugel wurden per Los vergeben. Einmal pro Woche kamen dann die „Besitzer“ in das Atelier des Künstlerpaares im benachbarten Aschach, um sich die Wachsplatten und fachkundige Tipps für die künstlerische Gestaltung abzuholen. Die Resonanz war überwältigend, sagen Hanna Regina Uber und Robert Diem. Sie bekamen eine riesige Vielfalt an Platten zurück: Persönliche Motive sind eingraviert, die an eine Hochzeit oder die Geburt eines Kindes erinnern, eine mathematische Formel, religiöse Texte, Namen und Herzen.

Aufträge an andere bildende Künstler wurden ebenfalls vergeben, die Platten zu gestalten. Ein Sponsor fand sich, damit sich auch die Menschen im Asylbewerberheim an der Aktion beteiligen konnten. Hanna Regina Uber erinnert sich noch gut an das berührende Erlebnis, als Menschen aus allen möglichen Herkunftsländern ihre schönsten Erinnerungen an ihre Heimat in die Platten gravierten, die im Wachsausschmelzverfahren in Bronze gegossen werden. Die fertig bearbeiteten Bronzereliefs füllen dann nach und nach die Maschen der Edelstahlkonstruktion aus, die jetzt noch im Hof des alten Pfarrhauses in Aschau bei Amberg steht, wo Hanna Regina Uber und Robert Diem leben und arbeiten. Das Projekt ist viel aufwändiger geworden als geplant, sagen beide und zitieren den Satz von Karl Valentin: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“

Kunstaktion bewegt die Menschen in Amberg
Trotzdem ist dem Künstlerpaar die Begeisterung noch immer anzumerken: Die Aktion schlägt viele Brücken, ist Hanna Regina Uber überzeugt – innerhalb von Familien, zwischen Einheimischen und Fremden. Die Skulptur verlange von Beteiligten und Betrachtern Respekt vor der Ausdrucksweise des anderen, von Künstlern und Laien gleichermaßen. Studentinnen und Studenten der Hochschule Amberg-Weiden unterstützen ebenfalls dieses Projekt und betreuen die Internetseiten mit den Bronzereliefs. Wer will, kann dort das Motiv seines Reliefs beschreiben, auch anonym. Schon heute steht fest: Die Aktion bewegt die Menschen in Amberg.  /Heidi Wolf



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