Dr. Florian Herrmann im Porträt
Dr. Florian Herrmann (CSU) ist neuer stellvertretender Vorsitzender des Innenausschusses. Er trat am 15. Februar 2012 die Nachfolge von Christian Meißner (CSU) an, der zum Landrat in Lichtenfels gewählt wurde. Die Redaktion stellt den neuen Ausschuss-Vize näher vor.
Text: Alexandra Kournioti |
15.02.2012
Wer Dr. Florian Herrmann (CSU) fragt, ob eine Parallele zwischen Politik und Musik existiert, erhält von ihm folgende bejahende Antwort: „There is still a lot of good music waiting to be written in C major!“ Tatsächlich passt der beziehungsreiche Merksatz Arnold Schönbergs – Mitbegründer der Zwölftontechnik – zum politischen Credo des neuen stellvertretenden Vorsitzenden des Innenausschusses. Einerseits ist der Freistaat aus Sicht des Klavier- und Orgelspielers nämlich „das sicherste der deutschen Länder“. Andererseits gelte aber auch: „Bei der Inneren Sicherheit dürfen wir nicht nachlassen, schon weil sich auch die Bedrohungen verändern, Beispiel Kreditkartenkriminalität im Internet.“ Im Freistaat gebe es weniger Kriminalität und höchste Aufklärungsquoten. „Und wir werden dafür sorgen, dass das so bleibt“, definiert der promovierte Jurist das Ziel der Ausschussarbeit für die verbleibende Legislaturperiode. Um Schönbergs Ausspruch zu übertragen: Laut Herrmann kann noch Einiges an sinnvoller Politik-Geschichte geschrieben werden. Persönlich möchte der 40-Jährige in „einem kollegialen Ringen mit den FDP-Kollegen um die beste Lösung kämpfen“. Das sei auch nicht immer einfach. Ebenfalls wichtig für den Freisinger, der in zahlreichen Zusammenschlüssen wie der Deutsch-Amerikanischen Juristenvereinigung Mitglied ist: „Ich möchte Ansprechpartner für die vielen Verbände in meinem Bereich sein, also für Feuerwehren und Rettungsdienste, für Polizei und ihre Gewerkschaften, für die kommunalen Spitzenverbände und die Organisationen des Bauwesens – um nur einige zu nennen.“
Als Musiker schätzt der gebürtige Kelheimer selbstredend Harmonie: „In den Ausschüssen gibt es weit mehr Einigkeit als manchmal bekannt ist“, sagt er. Gleichwohl weiß er, dass Dissonanzen nicht unausweichlich Kakophonie hervorbringen müssen, sondern durch sie ein Thema durchaus weiterentwickelt werden kann. Denn für Herrmann ist die beste Lösung eines Problems nicht zwangsläufig das Resultat von Einigkeit, sondern kann auch aus einem Streitgespräch hervorgehen, getreu dem Motto: „Kein Streit um des Streits willen, aber auch kein erzwungener Einheitsbrei. So funktioniert eine parlamentarische Demokratie“, findet er. Mit seinen derzeitigen Funktionen innerhalb der CSU fühlt sich Herrmann, der als Zukunftshoffnung seiner Partei gilt, ausgefüllt: „Wer in jedem Amt sich geistig schon wieder dem nächsten zuwendet, wird keine gute Arbeit abliefern und auch keine Erfüllung darin finden“, sagt der seit dem Jahr 2008 im Landtag vertretene Abgeordnete.
Erfüllung findet der ehemalige Stipendiat des Cusanus-Werks jenseits des politischen Parketts bei der Lektüre von Thrillern und geschichtlichen Werken während der seltenen Urlaube mit seiner Frau Renate und – wie sollte es anders sein – in der Musik. Und die weist bekanntlich Parallelen zum bestimmenden politischen Engagement auf.


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