Québec ist jedoch nicht nur parlamentarische Demokratie, sondern als kanadische Provinz auch Monarchie. Kanada ist Teil des britischen Commonwealth of Nations, folglich ist Queen Elisabeth II. von Großbritannien das offizielle Staatsoberhaupt und trägt den Titel ‚Königin von Kanada’. Eine Besonderheit Kanadas im Commonwealth of Nations ist die innerhalb des Landes noch einmal quasi geteilte Krone: Die Queen ist nicht nur Königin des Bundesstaates Kanada sondern gleichzeitig auch offizielles Staatsoberhaupt von Québec. Die königlichen Pflichten – in der parlamentarischen Monarchie überwiegend repräsentativer und zeremonieller Art – übernimmt auch heute noch der Vertreter des britischen Regenten, auf Bundesebene der sogenannte Generalgouverneur, in der Provinz Québec der Vizegouverneur.
In Québec bildet der Vizegouverneur zusammen mit der Nationalversammlung das Parlament. Die eigentliche parlamentarische Arbeit jedoch leistet die Québecer Nationalversammlung. Sie hat 125 Mitglieder, in jedem Wahlbezirk wird ein Vertreter per Mehrheitswahlrecht gewählt. Zurzeit setzt sie sich aus Vertretern von vier Parteien sowie zwei parteilosen Abgeordneten zusammen, ein Sitz ist vakant. Mit 67 Sitzen verfügt der Parti Libéral du Québec über die Mehrheit und stellt dementsprechend die Regierung sowie mit dem Premierminister Jean Charest den Regierungschef. Das aktuelle Kabinett – der Conseil des ministres – besteht aus 26 Ministern inklusive Premierminister, von denen einige gleich zwei Ressorts verantworten. Zu Beginn einer üblicherweise fünfjährigen Legislaturperiode schlägt der Premierminister in Absprache mit dem Oppositionsführer den Präsidenten der Nationalversammlung vor, den diese bestätigen muss. Der Präsident der Assemblée nationale führt bei den Debatten den Vorsitz, ist für die Verwaltung der parlamentarischen Dienste verantwortlich und repräsentiert die Nationalversammlung im Dialog mit anderen Parlamenten.
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