Bürgerkulturpreis 2011 des Bayerischen Landtags
Vier Sonderpreise für vier Dorfläden
Sonderpreise, die mit jeweils 500 Euro dotiert sind, erhielten die Dorfläden in Jedesheim, Landkreis Neu-Ulm, Thanndorf in der Gemeinde Rossbach im Landkreis Rottal-Inn, Nordhalben im Landkreis Kronach und Daiting im Landkreis Donau-Ries.
Dorfladen Jedesheim, Landkreis Neu-UlmDer Dorfladen im 1400-Einwohner-Dorf Jedesheim hat gerade sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. Als 2011 der letzte Lebensmittelmarkt im Ort zumachte, beschloss eine Gruppe von Bürgerinnen, diesen Verlust nicht kampflos hinzunehmen. Auf dem Heimweg von einer Kirchenchorprobe legten sie sich eine erste Strategie zurecht. Intensive Gespräche mit den Leuten im Dorf und mit Fachleuten fanden statt, außerdem wurden Erfahrungsberichte aus anderen Dorfläden eingeholt. Dann war es soweit: Die Genossenschaft „Dorfladen Jedesheim eG“ wurde gegründet, zählt inzwischen 268 Mitglieder. Ehrenamtliche Helfer bauten den Laden um, in dem sich auch vorher schon ein Lebensmittelmarkt befunden hat, meisterten jede Menge Herausforderungen. So sichert der Dorfladen inzwischen die Nahversorgung der örtlichen Bevölkerung mit Lebensmitteln, Getränken und Artikeln des täglichen Bedarfs. Die Ware wird vor allem bei den 20 regionalen Lieferanten bezogen. Um Kunden zu binden, gibt es für Einkäufe über 15 Euro Treuetaler, die dann in Ware eingelöst werden. Kranke Menschen können sich die Bestellung ins Haus liefern lassen. Ein Extraservice sind auch die Sammelbestellungen von Heizöl. Seit der Schließung der Sparkassenfiliale bietet der Dorfladen den Sparkassenkunden die Möglichkeit an, mit der EC-Karte Geld abzuheben. Ein fester Stamm von 25 ehrenamtlichen Frauen und Männern im Alter von 15 bis 75 Jahren ist regelmäßig im Einsatz, um den Dorfladen am Laufen zu halten. „Die zunehmende „Geiz ist geil“ Mentalität macht uns das Leben schwer“, sagt Siegfried Schwab, der frühere Schulleiter von Jedesheim, der von Anfang an in der Vorstandschaft mitgearbeitet hat. Er beklagt die ständig steigende Zahl an Supermärkten, die eine große Konkurrenz für den kleinen Dorfladen darstellten.

Dorfladen Thanndorf, Gemeinde Rossbach im Landkreis Rottal-Inn
Der Dorfladen Thanndorf befindet sich im alten Schulhaus mitten im Ort gleich gegenüber der Kirche. Direkt vor der Tür befinden sich Parkplätze für Autos und Fahrräder, der Aufgang ist barrierefrei. Träger ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die 1999 gegründet wurde, unterstützt vom Amt für ländliche Entwicklung in Landau an der Isar. Drei Verkäuferinnen in Teilzeitarbeit kümmern sich um die Kundenwünsche. Das Sortiment besteht aus Lebensmitteln, Backwaren, Wurstwaren, Getränken und Zeitungen. Eine Reinigung und ein Großversand haben hier eine Annahmestelle. Dazu gibt es bei jedem Einkauf kostenlose Informationen über die neuesten Ereignisse und einen freundlichen Ratsch mit der Verkäuferin oder anderen anwesenden Kunden!
Jeden Freitag kommt die 90-jährige Maria Stadler zum Einkaufen. Sie zieht einen kleinen Wagen hinter sich her und versorgt sich mit allem, was sie in der nächsten Woche braucht. Meistens findet sich jemand, der die Frau dann nach Hause fährt. „Der Laden ist das reinste Kommunikationszentrum“, berichtet Josef Grübl, Geschäftsführer und Bürgermeister der Gemeinde Rossbach, zu der Thanndorf gehört. Der Dorfladen war ihm von Anfang an ein großes Anliegen, weil er viel zum Gemeinschaftsleben beiträgt. Deshalb engagieren sich auch zahlreiche Menschen ehrenamtlich: die sieben Mitglieder der Vorstandschaft im Alter zwischen 40 und 70 Jahren sowie eine unbestimmte Zahl von freiwilligen Helfern für die verschiedensten Arbeiten.
Die gesamte Bevölkerung trifft sich regelmäßig bei einem „Dorfladenfest“ oder bei einer „Christbaumversteigerung“, um mit dem Erlös die finanzielle Lage des Ladens zu verbessern und dessen Existenz zu sichern. Trotz günstigerer Angebote in den umliegenden Supermärkten wird bewusst im Dorfladen eingekauft, freut sich Josef Grübl. Ein Vorstandsmitglied hat sich zum Beispiel bei seinem Arbeitgeber dafür eingesetzt, dass Geschenkkörbe für Mitarbeiterehrungen im Dorfladen bestellt werden. Findet im Dorf ein Geburtstag oder ein sonstiges Jubiläum statt, sind Geschenkgutscheine aus dem Dorfladen überaus gefragt. Trotz aller Probleme – die Bürger stehen zu ihrem Lebensmittelpunkt.
Der Dorfladen Thanndorf befindet sich im alten Schulhaus mitten im Ort gleich gegenüber der Kirche. Direkt vor der Tür befinden sich Parkplätze für Autos und Fahrräder, der Aufgang ist barrierefrei. Träger ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die 1999 gegründet wurde, unterstützt vom Amt für ländliche Entwicklung in Landau an der Isar. Drei Verkäuferinnen in Teilzeitarbeit kümmern sich um die Kundenwünsche. Das Sortiment besteht aus Lebensmitteln, Backwaren, Wurstwaren, Getränken und Zeitungen. Eine Reinigung und ein Großversand haben hier eine Annahmestelle. Dazu gibt es bei jedem Einkauf kostenlose Informationen über die neuesten Ereignisse und einen freundlichen Ratsch mit der Verkäuferin oder anderen anwesenden Kunden!
Jeden Freitag kommt die 90-jährige Maria Stadler zum Einkaufen. Sie zieht einen kleinen Wagen hinter sich her und versorgt sich mit allem, was sie in der nächsten Woche braucht. Meistens findet sich jemand, der die Frau dann nach Hause fährt. „Der Laden ist das reinste Kommunikationszentrum“, berichtet Josef Grübl, Geschäftsführer und Bürgermeister der Gemeinde Rossbach, zu der Thanndorf gehört. Der Dorfladen war ihm von Anfang an ein großes Anliegen, weil er viel zum Gemeinschaftsleben beiträgt. Deshalb engagieren sich auch zahlreiche Menschen ehrenamtlich: die sieben Mitglieder der Vorstandschaft im Alter zwischen 40 und 70 Jahren sowie eine unbestimmte Zahl von freiwilligen Helfern für die verschiedensten Arbeiten.
Die gesamte Bevölkerung trifft sich regelmäßig bei einem „Dorfladenfest“ oder bei einer „Christbaumversteigerung“, um mit dem Erlös die finanzielle Lage des Ladens zu verbessern und dessen Existenz zu sichern. Trotz günstigerer Angebote in den umliegenden Supermärkten wird bewusst im Dorfladen eingekauft, freut sich Josef Grübl. Ein Vorstandsmitglied hat sich zum Beispiel bei seinem Arbeitgeber dafür eingesetzt, dass Geschenkkörbe für Mitarbeiterehrungen im Dorfladen bestellt werden. Findet im Dorf ein Geburtstag oder ein sonstiges Jubiläum statt, sind Geschenkgutscheine aus dem Dorfladen überaus gefragt. Trotz aller Probleme – die Bürger stehen zu ihrem Lebensmittelpunkt.
Dorfladen Daiting, Landkreis Donau-Ries
Nachdem 1996 das letzte Lebensmittelgeschäft in Daiting geschlossen wurde und keinerlei Einkaufsmöglichkeit mehr bestand, entstand die Idee, im damals ungenutzten ehemaligen Raiffeisen Lagerhaus einen Dorfladen einzurichten. Eine Umfrage bei der Bevölkerung ergab einen Zuspruch von 80 Prozent. Die gegründete Genossenschaft verfügte über ein Eigenkapital von 22.500 Euro, basierend auf den gezeichneten Anteilsscheinen der Mitglieder. Im August 2004 wurde ein Antrag auf Förderung durch Leader+ beim Amt für ländliche Entwicklung in Krumbach gestellt. Bis 31. Dezember 2004 war es nicht möglich, einen vorläufigen Förderbescheid aus Krumbach zu erhalten. Die Dorfladen eG musste daher gänzlich ohne staatliche Zuschüsse auskommen. Trotz allem gelang es der Bevölkerung, den Dorfladen zum Laufen zu bringen und am Leben zu erhalten mehr . . .
Nachdem 1996 das letzte Lebensmittelgeschäft in Daiting geschlossen wurde und keinerlei Einkaufsmöglichkeit mehr bestand, entstand die Idee, im damals ungenutzten ehemaligen Raiffeisen Lagerhaus einen Dorfladen einzurichten. Eine Umfrage bei der Bevölkerung ergab einen Zuspruch von 80 Prozent. Die gegründete Genossenschaft verfügte über ein Eigenkapital von 22.500 Euro, basierend auf den gezeichneten Anteilsscheinen der Mitglieder. Im August 2004 wurde ein Antrag auf Förderung durch Leader+ beim Amt für ländliche Entwicklung in Krumbach gestellt. Bis 31. Dezember 2004 war es nicht möglich, einen vorläufigen Förderbescheid aus Krumbach zu erhalten. Die Dorfladen eG musste daher gänzlich ohne staatliche Zuschüsse auskommen. Trotz allem gelang es der Bevölkerung, den Dorfladen zum Laufen zu bringen und am Leben zu erhalten mehr . . .
Nordwaldmarktes in Nordhalben, Landkreis Kronach
Auch im fränkischen Nordhalben (Landkreis Kronach) schafften Bürgerinnen und Bürger aus eigener Initiative „ihren“ Dorfladen. Vor fast genau einem Jahr fand die Eröffnung statt. Sie gründeten eine UG & Co.KG. – eine Sonderform der Kommanditgesellschaft. Bürger werden Miteigentümer und finanzieren das Projekt über den Erwerb von insgesamt 460 Anteilen zu je 300 Euro mehr . . .
/ Heidi Wolf
Auch im fränkischen Nordhalben (Landkreis Kronach) schafften Bürgerinnen und Bürger aus eigener Initiative „ihren“ Dorfladen. Vor fast genau einem Jahr fand die Eröffnung statt. Sie gründeten eine UG & Co.KG. – eine Sonderform der Kommanditgesellschaft. Bürger werden Miteigentümer und finanzieren das Projekt über den Erwerb von insgesamt 460 Anteilen zu je 300 Euro mehr . . .
/ Heidi Wolf


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