Eine 6,50 Meter hohe Nordmanntanne mit roten und goldenen Kugeln bringt pünktlich zur Adventszeit wieder weihnachtlichen Glanz in das Maximilianeum. Ein nicht nur kleiner Kraftakt war notwendig, um den buschigen schweren Baum über die Treppen der Eingangshalle West nach oben in den Steinernen Saal zu heben, ihn dort zum Stehen zu bringen und zu putzen. Es sind die Hausmeister des Bayerischen Landtags, die das alljährlich erledigen – effizient, schnell und beinahe geräuschlos. So wie die vielen anderen tausend Handgriffe und Aufgaben im Haus.
Text: Katja Helmö | Fotos: Rolf Poss29.11.2011
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Max Meyr beim Transport des diesjährigen Christbaums im Treppenhaus.
© Bildarchiv Bayerischer Landtag
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Soeben hat im Senatssaal eine vierstündige Expertenanhörung geendet. Nun bleiben genau 45 Minuten Zeit, um die hufeisenförmig angeordneten Tische und Stühle zu entfernen und im Saal eine Kinobestuhlung für die 400 geladenen Gäste einer Vortragsreihe aufzubauen. Max Meyr und Michael Forster vom Team der Hausmeister stehen schon bereit und machen sich sogleich daran, Stühle zu stapeln und die Tische hinauszutragen: „Wir haben zu allen Veranstaltungen im Haus einen detaillierten Organisationsplan, um genau zu wissen, wo wir wann mit wie vielen Leuten anpacken müssen“, berichten die Hausmeister, beide gelernte Schreiner. Kollege Andreas Ganghofer kann neben seiner Ausbildung als Schreiner zusätzlich noch einen Gesellenbrief als Zimmerer vorweisen. Jens Meyer, der Vierte im Bund, ist gelernter Zierpflanzengärtner.
Über 300 Veranstaltungen im Jahr
Die vier Männer in der blauen Arbeitskleidung absolvieren täglich ein gewaltiges Pensum im Haus. Bis zu viermal am Tag gilt es, das Mobiliar eines Saales im Maximilianeum, je nach Anlass, neu anzuordnen – bei mittlerweile über 300 Veranstaltungen im Jahr. Tribünen und Pults müssen aufgebaut, Tische verschoben, gestapelte Stühle gewuchtet, Wegweiser montiert und Blumenschmuck arrangiert werden – nicht selten mit Blick auf die Uhr, wenn der Beginn einer Veranstaltung immer näher rückt. Hinzu kommen Wartungs- oder Renovierungsarbeiten in den rund 500 Büros des Haupthauses sowie in den sechs Außenstellen des Landtags. „Umzüge und Möbeltransporte können wir in der Regel selber erledigen“, berichtet Max Meyr. Das Team begleitet im Maximilianeum aber auch die externen Dienstleister der Hausverwaltung: Maler, Fensterputzer, Getränke- und Papierlieferanten, Entsorgungsfirmen oder Kammerjäger.
Die Hausmeister verfügen über Schlüssel, mit denen sie alle Türen des Maximilianeums öffnen können. Immer wieder agieren sie deshalb auch als interner Schlüsseldienst, wenn sich ein Abgeordneter oder Mitarbeiter ein- bzw. ausgesperrt hat. Die schlagkräftige Truppe der Hausmeister entriegelt auch regelmäßig eingeklemmte Schubläden, passt Schreibtische und Regale an oder schafft in letzter Sekunde noch zusätzlich benötigte Bistrotische heran. „Geht nicht“ – dieser Satz ist von den vier jungen Männern so gut wie nie zu hören. „Wir helfen überall, wo es geht“, betont Andreas Ganghofer.
Neben den vielen tausend Handgriffen im Haus gibt es auch draußen viel zu tun: Rasenmähen im Sommer, Laubkehren im Herbst, Schneeschippen und Streuen im Winter. „Wenn es schneit, beginnen wir bereits um 5.30 Uhr mit der Arbeit und haben bei Abendveranstaltungen auch mal länger Dienst, um die Wege im Maximilianeum frei zu halten“, berichtet Jens Meyer. Seit kurzem arbeitet das Team deshalb im Zweischichtturnus, um immer da zu sein, wenn sie gebraucht werden.
Notfälle und ungewöhnliche Einsätze
Notfälle oder auch ungewöhnlich Einsätze – die vier hilfsbereiten Hausmeister sind meist nur einen kurzen Telefonanruf entfernt. Wenn es irgendwo zwickt oder es ein Problem im Haus gibt, werden sie gerufen. Egal, ob ein Auto im Innenhof abgeschleppt, eine verirrte Fledermaus befreit, ein Marder in der Tiefgarage aufgespürt oder auch mal das Mittagessen von der Kantine in die Kinderkrippe transportiert werden muss – die Hausmeister helfen. In diesem Frühjahr, beim Besuch von Bundespräsident Christian Wulff im Maximilianeum, hat das Team sogar die Kameraleute und Reporter durch das Haus gelotst – nicht im blauen, sondern im schwarzen Anzug mit Krawatte. Je nach Einsatz: Auf die vier Hausmeister des Landtags kann man auf jeden Fall und immer bauen.