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Quebec-Bayern: Partnerschaft der Parlamente

Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Nationalversammlung im kanadischen Québec und dem Bayerischen Landtag hat einen neuen Schub erhalten: Eine kleine Delegation der Assemblée nationale du Québec mit Vizepräsidentin Fatima Houda-Pepin an der Spitze hielt sich Ende Februar eine Woche lang in Bayern auf. Sie führte intensive Gespräche mit Landtagsabgeordneten aus allen Fraktionen, Vertretern der Bayerischen Staatsregierung, Unternehmern und Bildungsexperten. Berufliche Bildung und erneuerbare Energien bildeten die Schwerpunktthemen, an denen die Gäste besonders interessiert waren. „Québec und Bayern verbindet trotz der großen geographischen  Entfernung eine Seelenverwandtschaft“, stellten Landtagspräsidentin Barbara Stamm und Vizepräsidentin Fatima Houda-Pepin übereinstimmend fest. Die Parlamente in beiden Ländern legen großen Wert auf möglichst viel Eigenständigkeit, verteidigen die föderalen Strukturen.
Text: Heidi Wolf | Fotos: Rolf Poss, Jean Désy
24.02.2010 
Vorderansicht der Assemblée nationale, dem Parlament der Provinz Québec. - Copyright: Jean Désy  - Foto: Jean Désy
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Vorderansicht der Assemblée nationale, dem Parlament der Provinz Québec.
© Jean Désy
Zu den Kompetenzen
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der Nationalversammlung 
von Québec
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„Die Gäste waren äußerst interessiert und engagiert“ – diese Bilanz zogen alle Gesprächspartner der Gäste aus Québec. Diese setzten sich sogar beim festlichen Mittagessen im Maximilianeum Kopfhörer für die Simultanübersetzung auf, um ohne Zeitverlust weiter diskutieren zu können, zum Beispiel über das unterschiedliche Wahlrecht in beiden Ländern. Die Abgeordneten der Nationalversammlung in Québec sind direkt gewählt, vertreten alle Bürgerinnen und Bürger eines Wahlkreises. Eine zusätzliche Absicherung über eine Liste gibt es nicht; Parteien spielen eine untergeordnete Rolle. Wichtige Ziele gehen die Parlamentarier gemeinsam an. So hat die Nationalversammlung von Québec zum Beispiel einstimmig einen Aktionsplan für nachhaltige Entwicklung verabschiedet, der am 12. Dezember 2009 öffentlich verkündet wurde. „Wir haben damit eine Vorreiterrolle in ganz Kanada“, berichtete Vizepräsidentin Fatima Houda-Pepin in einer Gesprächsrunde mit Vertretern des Bayerischen Landtages. Vorrangiges Ziel ist es, die Treibhausgase innerhalb von drei Jahren erheblich zu reduzieren. In der Monopolregion Montreal soll das Verkehrsaufkommen um 20 Prozent gesenkt werden, schilderte der Abgeordnete Claude Pinard aus dem Wahlkreis Saint-Maurice eine von vielen geplanten Maßnahmen. Seine  Region befindet sich zwischen zwei Magneten: dem Wirtschaftszentrum Montreal und der Hauptstadt Québec, musste sich deshalb eine eigene Nische suchen, um für die Bewohner und für Gäste attraktiv zu bleiben.

„Wir setzten auf die Natur, auf die Berge und Flüsse, die noch wirkliche Flüsse sind“, beschrieb Pinard den eingeschlagenen Weg. Die Erfolge sind da, immer mehr Touristen nutzen das Angebot, kommen zum wandern, Jagen und Fischen. „Wir fördern jetzt auch den Fahrradtourismus sehr stark. Die Leute sollen heraus aus den Städten“, berichtete Fatima Houda-Pepin.

Unverbaute Flüsse liefern auch den Hauptteil der Energie. Québec, die größte der zehn kanadischen Provinzen, bezieht 90 Prozent des Stroms vor allem aus Wasserkraft. Welche Chancen bietet die Photovoltaik? – Das wollten die Gäste von Thomas Petsch wissen, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung bei  a+f Suncarrier in Würzburg. Die Firma nimmt  beim Bau von Photovoltaikanlagen einen Spitzenplatz in der ganzen Welt ein. Bis 2008 war Spanien der größte Markt, berichtete Thomas Petsch. „Dann hat das Land kurzfristig das Einspeisgesetz geändert. Die Firmen haben reihenweise aufgegeben“, schilderte der Unternehmer. Er sieht in Indien den großen Markt der Zukunft. Aber auch Tschechien, Bulgarien und Griechenland seien im Fokus. Seit September 2009 gebe es auch in Denver in den USA eine Niederlassung. Die Entwicklung der Photovoltaik beschrieb Petsch mit dem Satz: „Wir waren bis 2004 noch in den Kinderschuhen, aber langsam werden wir erwachsen – wenn uns die Politik lässt.“

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