Türkischer Außenminister bei Landtagspräsidentin Stamm
Stamm drückte auch im Namen des bayerischen Volkes, des gesamten Parlaments und im Namen von Ministerpräsident Horst Seehofer ihr tiefes Bedauern über die Anschläge aus und versprach, alles zu tun, damit sich solche Verbrechen nicht wieder ereignen. Ein Schritt dazu sei der feste Vorsatz, ein zweites Mal in Karlsruhe ein NPD-Verbotsverfahren anzustrengen. Davitoğlu berichtete Stamm von Gesprächen mit Angehörigen von drei Mordopfern. Die Witwen seien wütend auf die Mörder, aber auch auf die Vorgänge während der Ermittlungen, die sich auf die Familien konzentriert hätten, aber nicht in Zusammenhang mit einer rechtsterroristischen Vereinigung gebracht worden seien. Eine heute 25-jährige Frau habe ihm weinend berichtet, dass sie als 12-jähriges Mädchen eine DNA-Probe abgeben musste, weil sie verdächtigt wurde, ihren Vater ermordet zu haben.
„Dafür kann man keine Worte finden“, sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Sie nimmt gerne die Bitte des türkischen Außenministers an, die Familien der Mordopfer einzuladen. Wenn diese nicht zur Gedenkstunde am 13. Dezember 2011 in den Landtag kommen wollen, weil sie noch Zeit brauchen, werde sie zu einem anderen Zeitpunkt mit den Angehörigen reden. „Wir können es nur wieder gut machen, wenn wir alles tun, um die Morde aufzuklären und dafür zu sorgen, dass sich solche neonazistischen Anschläge nicht wiederholen“, sagte Stamm.


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