Mehr Raum für das Parlament
Ein neuer Erweiterungsbau im Nordhof des Maximilianeums schafft Platz für neue Büros und Sitzungssäle des Parlaments. Am 24. Mai 2012 feiert der Landtag nach gut zweijähriger Bauzeit die Einweihung des neuen Gebäudes.
Fotos: Rolf Poss
16.05.2012
Nach der Landtagwahl im Herbst 2008, als mit den FREIEN WÄHLERN und der FDP zwei weitere Fraktionen in das Maximilianeum einzogen und sieben zusätzliche Abgeordnete aufgrund von Überhang- bzw. Ausgleichsmandaten einen Sitz im Parlament errangen, verschärfte sich die ohnehin bereits angespannte Raumsituation im Landtag: Schnell wurde damals deutlich, dass fünf Fraktionsgeschäftsstellen mehr Platz beanspruchen, dass mehr Sitzungssäle für die Fraktionen und für neue Gremien, mehr Büros für die Geschäftsstellen und das Landtagsamt notwendig werden. Bereits in den zurückliegenden Wahlperioden war die überwiegende Zahl der Volksvertreter räumlich in den näheren Umkreis des Maximilianeums ausgewichen. Der Landtag nutzte hierzu zwei eigene sowie zwei angemietete Häuser in der Ismaninger Straße, in der Max-Planck-Straße sowie in der Inneren Wiener Straße. Nach der Landtagswahl im Herbst 2008 mussten dann sogar Teile der Landtagsverwaltung aus dem Maximilianeum ausziehen, um Platz zu schaffen für die Fraktionen.
Vor diesem Hintergrund fasste das Präsidium des Bayerischen Landtags am 29. Oktober 2008 einen Grundsatzbeschluss mit dem Ziel, einen Erweiterungsbau im Nordhof zu errichten. Noch im Spätherbst 2008 wurden dazu die Planungen im Bereich des in den 60er Jahren entstandenen Nordbaus gestartet.
Von Anfang an war klar, dass dem Neubau eine ganz besondere stadträumliche und architektonische Bedeutung zukommen würde: Keinesfalls sollte der neue Baukörper von der Maximilianstraße aus sichtbar sein bzw. die Westfassade überragen. Um hier eine behutsame bauliche Lösung zu finden, die sowohl dem historischen Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Ensembles als auch den städtebaulichen Anforderungen Rechnung tragen sollte, wurde im Dezember 2008 ein Architekten-Wettbewerb ausgelobt. Das Architekturbüro Léon Wohlhage Wernik aus Berlin konnte diesen für sich entscheiden: Es erhielt den 1. Preis und den Auftrag für das Bauprojekt.
Im Januar 2010 begannen die Bauarbeiten: Zunächst musste der Saalanbau Nord abgebrochen werden, bevor Ende März 2010 mit den Aushubarbeiten und ab Frühsommer 2010 mit den Rohbauarbeiten begonnen werden konnte. Das Richtfest zum Erweiterungsbau fand am 24. Februar 2011 statt. In gut zweijähriger Bauzeit ist damit ein achtgeschossiges Gebäude entstanden, das höchsten Anforderungen entspricht.
Der Erweiterungsbau umfasst 65 Büroräume, drei Besprechungsräume und einen Konferenzsaal. Moderne EDV- und Medientechnik ermöglicht schnelle und vielfältige Kommunikation. Das Gebäude wurde im Passivhaus-Standard errichtet. Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen auf dem Dach erzeugen den benötigten Strom und Warmwasser. Und es ist barrierefrei – aus der Sicht von Landtagspräsidentin Barbara Stamm ein Anspruch, den der Bayerische Landtag als öffentliche Einrichtung in vorbildlicher Weise zu erfüllen hat.
Siehe dazu auch Interview mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm.


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