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Festakt am 11. November 2009

Bayerischer Landtag feiert 20 Jahre Mauerfall

Mit einer Feierstunde erinnert der Bayerische Landtag am 11. November 2009 an den Fall der Mauer vor 20 Jahren. Festrednerin ist die Wissenschaftlerin Dagmar Schipanski, bis vor kurzem Präsidentin des Landtags von Thüringen. Der Schriftsteller Reiner Kunze, der 1977 nach ständigem Druck aus der DDR nach Bayern übersiedelte, liest Lyrik und Prosa aus den vergangenen 50 Jahren. Bei der Veranstaltung begegnen sich Zeitzeugen und junge Menschen von heute, die damals noch Kinder oder noch gar nicht geboren waren.
Text: Heidi Wolf | Fotos: Jürgen Bauer, Thüringer Landtag, dpa
05.11.2009 
Mit einem selbst gefertigten Heißluftballon aus der DDR in die Bundesrepublik geflüchtet (v.l.): Doris, Andreas, Peter und Frank Strelzyk sowie Petra und Andreas Wetzel. Vater Wetzel liegt leicht verletzt im Krankenhaus, eines der Kinder schlief bereits. - Copyright: dpa - Foto: dpa
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Mit einem selbst gefertigten Heißluftballon aus der DDR in die Bundesrepublik geflüchtet (v.l.): Doris, Andreas, Peter und Frank Strelzyk sowie Petra und Andreas Wetzel. Vater Wetzel liegt leicht verletzt im Krankenhaus, eines der Kinder schlief bereits.
© dpa
Unter den Gästen sind Günter und Petra Wetzel aus dem oberfränkischen Betzenstein. Ihnen gelang am 17. September 1979 mit einem selbst genähten Heißluftballon die Flucht aus der DDR über die Todesgrenze nach Bayern. 28 Minuten dauerte das waghalsige Unternehmen von vier Erwachsenen und vier Kindern. Die Familie Strelzyk, die damals mit dabei war, ist nach der Wende wieder nach Ostdeutschland zurück gekehrt; die Wetzels fanden dagegen im Landkreis Bayreuth eine zweite Heimat. Die Geschichte der Ballonflüchtlinge lieferte den Stoff für den Hollywood-Film „Mit dem Wind nach Westen.“

Vilshofen - erste Anlaufstelle für Tausende von DDR-Flüchtlingen
Uwe Suchomel aus Hohenfels hat  im Herbst 1989 für das Bayerische Rote Kreuz das Auffanglager in Vilshofen an der Donau organisiert, unterstützt von 200 Helfern. Die Zeltstadt war die erste Anlaufstelle für Tausende von DDR-Flüchtlingen, die über Ungarn in den Westen kamen. Hanns Dorfner, damals stellvertretender Landrat des Landkreises Passau, und Hans Gschwendtner, zweiter Bürgermeister von Vilshofen, waren vorne mit dabei. Ihre Chefs befanden sich im Urlaub und so knüpften sie gemeinsam mit den Hilfsorganisationen, den Kirchen und vielen Freiwilligen ein Netz für die Flüchtlinge. Gschwendtner erinnert sich noch gut an die Euphorie damals. „Man hat ein Gespür bekommen, was Freiheit bedeutet.“ 20 Jahre später begegnen die beiden Lokalpolitiker im Landtag ehemaligen Flüchtlingen und Helfern, zum Beispiel Hans-Ulrich Schmolin, der damals für den Bundesgrenzschutz arbeitete. Klaus Stöcker, der Leiter der Aufnahmestelle Nürnberg, kommt ebenso wie Dieter Döhla, 1989 Oberbürgermeister von Hof. Bis zu 40 000 Reisende aus Ostdeutschland  trafen nach der Grenzöffnung täglich in der oberfränkischen Grenzstadt an – für die Zeitzeugen waren das unvergessene Erlebnisse.

Robert Lebegern ist der Leiter des Deutsch-Deutschen Museums in Mödlareuth. Die Amerikaner nannten das 50-Einwohner-Dorf am Ende der Welt „Little Berlin“. Eine Mauer ging mitten durch den Ort. Der thüringische Teil gehörte zur DDR, die andere Hälfte zu Bayern. Davon können die früheren Bürgermeister Arnold Friedrich aus Mödlareuth-West und Ulrich Schmidt aus Mödlareuth-Ost berichten.




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