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Landtag feiert 20 Jahre Mauerfall
Einen ungewöhnlichen Lebensweg hat auch Uwe Gruber hinter sich: Der Bäckermeister aus Plauen setzte sich im Herbst 1989 in einen 13 Jahre alten Wartburg, den ihm seine Großmutter geschenkt hatte, und fuhr damit in eine Notunterkunft am Starnberger See. Seit neun Jahren ist er erfolgreicher Hüttenwirt in der Albert-Link-Hütte im oberbayerischen Spitzing-Gebiet.Zeitzeugen der Wende im Gespräch mit jungen Leuten
Diese Zeitzeugen der Wende und der Jahre vorher sollen mit jungen Leuten ins Gespräch kommen, wünscht sich Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Sie hat als bayerische Sozialministerin 1989 viele Flüchtlinge in Bayern mit dem Satz begrüßt: „Sie tragen die Wiedervereinigung im Herzen.“ Die Erlebnisse von damals hat Barbara Stamm nie vergessen und deshalb regte sie auch die Feierstunde im Landtag an, die im Rahmen einer Plenarsitzung stattfindet. Studenten aus ganz Bayern nehmen daran teil, außerdem eine 11. Klasse des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums in Hof mit ihrer Sozialkundelehrerin Kerstin Krämer. Den Bildhauer Wolfgang Fritz begleiten Sandra Zech und Anna Zschauer. Sie waren an dem Kunstprojekt „Deutsche Einheit“ beteiligt, für das der Künstler 20 junge Leute des Jahrgangs 1989 aus Erding und Lübbenau in Brandenburg porträtiert hat. Ehrengäste sind außerdem Bundesminister a. D. Theo Waigel, Karl Huber, Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes, die Generalkonsuln von Tschechien und Ungarn und Vertreter der Kirchen.

Dagmar Schipanski hält Festvortrag
Landtagspräsidentin Barbara Stamm freut sich sehr, dass sie Dagmar Schipanski, ihre frühere Kollegin aus Thüringen, als Rednerin für den Festakt gewinnen konnte. Die Wissenschaftlerin und Politikerin, die 1999 für das Amt der Bundespräsidentin kandidiert hatte, kennt das Leben in zwei Welten vor und nach dem Fall der Mauer.
Landtagspräsidentin Barbara Stamm freut sich sehr, dass sie Dagmar Schipanski, ihre frühere Kollegin aus Thüringen, als Rednerin für den Festakt gewinnen konnte. Die Wissenschaftlerin und Politikerin, die 1999 für das Amt der Bundespräsidentin kandidiert hatte, kennt das Leben in zwei Welten vor und nach dem Fall der Mauer.

Der Dichter Reiner Kunze verließ 1977 die frühere DDR, weil er die Schikanen nicht mehr ertragen konnte. Er wurde gegängelt, bedroht, isoliert, unter dem Decknamen „Lyrik“ bespitzelt. „Deckname Lyrik“ ist auch der Titel eines Buches, in dem Kunze nach der Wiedervereinigung Auszüge aus seinen Stasi-Akten veröffentlicht hat. Bei der Feierstunde im Landtag liest der Dichter, der in Obernzell bei Passau lebt, Gedichte und Auszüge aus seinem wohl bekanntesten Prosaband „Die wunderbaren Jahre“ – scharf geschliffene kurze Texte über Teenager, denen spießige Lehrer und zynische Ordnungshüter jeden Freiheitsraum nehmen. Zusammen mit seiner Frau Elisabeth hat Reiner Kunze eine Stiftung gegen das Vergessen gegründet. Diese soll die Erinnerung wach halten, wie das Leben in der DDR wirklich war.
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