Verfassungs- und Parlamentsgeschichte
Quebec eines der ältesten Parlamente der WeltDie Verfassungs- und Parlamentsgeschichte Québecs ist eng mit der Rolle der französischen Sprache und Kultur der Provinz verknüpft. Mit dem Pariser Frieden von 1763 besiegelte Großbritannien nach seinem Sieg im Siebenjährigen Krieg die Übernahme der meisten französischen Kolonien in Nordamerika und schuf unter anderem die Province of Quebec. Erst elf Jahre später, als sich die Unabhängigkeitsbestrebungen von dreizehn nordamerikanischen Kolonien abzeichneten, erließ das britische Parlament den Quebec Act als Zugeständnis, in der Hoffnung, so die Loyalität der frankophonen Eliten zu gewinnen. Wesentliche Elemente waren die Wiederherstellung der seit der Eroberung in Frage gestellten katholischen Religionsausübung sowie des französischen Privatrechts. Der Fortbestand der französischen Sprache und Kultur wurde damit indirekt ebenfalls in die Wege geleitet.
1791 jedoch wurde die Kolonie im Zuge des Constitutional Act in das überwiegend englischsprachige Oberkanada und das stark französisch geprägte Niederkanada geteilt. Ein Jahr darauf nahm eine gewählte Legislativversammlung zum ersten Mal ihre Arbeit auf. Damit ist die Nationalversammlung von Québec eines der ältesten Parlamente der Welt.
Ab 1840 wurde das Englische für mehrere Jahrzehnte als alleinige Amtssprache verbindlich gemacht. Erst 1867, als im British North America Act die Grundzüge des föderalistischen Systems sowie der Kern der heutigen Verfassung Kanadas gebildet wurden, sollte das Französische wieder gleichberechtigt neben dem Englischen stehen. Erst mit der Loi sur la langue officielle von 1974 erhob Quebec das Französische zur alleinigen Amtssprache, wobei der Sprache und Kultur anderssprachiger Minderheiten bis heute Rechnung getragen wird.


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