Die selbstbestimmte und sinnvolle Nutzung der Medien ist ? neben Lesen, Rechnen und Schreiben ? eine wichtige Schlüsselkompetenz. Chatten im Internet, Communities im Netz, Werbung, Computerspiele, Identifikation mit Protagonisten in Film und Fernsehen ? der Umgang mit den Medien will gelernt sein. Die Redaktion von ?Maximilianeum? fragte bei den Abgeordneten nach, wie Kinder die notwendigen Kompetenzen für Medien am besten erwerben.
MdL Eberhard Sinner
MdL Eberhard Sinner
"In der multimedialen Welt brauchen Kinder Hilfestellungen, um verantwortungsvoll mit Medienangeboten umgehen zu können. In erster Linie appelliere ich hier an die Elternverantwortung. Erwachsene müssen sich damit auseinandersetzen, was ihre Kinder mit den Medien machen. Auch der Staat soll unterstützend tätig werden.
Medienpädagogische Inhalte sollten im Unterricht und bei der Lehrerausbildung stärker eingeflochten werden. Elektronisches Lernen ist der Schlüssel für lebenslanges Lernen. Eine wichtige Maßnahme ist der von der Staatsregierung eingeführte Medienführerschein, der Basiswissen für einen sichereren und verantwortungsvollen Umgang mit Medien vermittelt. Andere bereits bestehende Hilfsangebote für Erwachsene und Kinder sollten besser vernetzt und über Internet leicht zugänglich gemacht werden."
MdL Markus Rinderspacher
MdL Markus Rinderspacher, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion:"Medienkompetenz ist für unsere Kinder genauso wichtig, wie Schreiben und Rechnen zu lernen. Deshalb ist sie systematisch in allen pädagogischen Handlungsfeldern zu verankern: von der Vorschule über alle Schulstufen und die Jugendarbeit bis zur Erwachsenenbildung. Und alle Lehrkräfte brauchen eine medienpädagogische Grundbildung.
Konkrete Vorschläge dazu macht meine Fraktion schon seit Jahren. Mit dem ?Medienführerschein? ? in der Pilotphase für gerade einmal 30 Grundschulklassen ? hat die Staatregierung endlich den Einstieg geschafft. Wir setzen aber auf mehr Engagement, um alle Kinder von klein auf für das Leben mit Medien stark zu machen. Für den Nachtragshaushalt fordern wir neuerlich die notwendigen Mittel und erwarten, dass die Regierungsfraktionen anders als bisher zustimmen."
MdL Jutta Widmann
MdL Jutta Widmann
"Die Medienwelt ist bunt und verlockend, birgt aber leider auch eine Vielzahl von Gefahren für unsere Kinder. Die Vermittlung von Medienkompetenz und Medienpädagogik sollte daher einen breiten Raum in Politik und Gesellschaft einnehmen.
Eine Stärkung der Medienpädagogik, insbesondere im Bildungsbereich, wäre wünschenswert, um vor allem auch Kindern und Jugendlichen einen kritischen, verantwortungsbewussten Umgang mit den Medien zu vermitteln. Sinnvolle Medienerziehung setzt natürlich medienkompetente Personen voraus. Die Vermittlung von Medienkompetenz sollte deshalb vor allem in der Ausbildung des Lehrpersonals einen größeren Raum einnehmen, um im schulischen Bereich eine kontinuierliche und kompetente Medienbegleitung zu ermöglichen."
MdL Ulrike Gote
MdL Ulrike Gote:
"Kinder können nur kompetent mit Medien umgehen, wenn sie in allen Altersstufen eine kompetente Medienerziehung erfahren und einen kompetenten Umgang mit Medien erleben. Deshalb muss Medienkompetenz und deren Vermittlung innnerhalb der Lehreraus- und -weiterbildung einen höheren Stellenwert erhalten.
Eltern müssen über Möglichkeiten informiert werden, wie sie sich an der Medienerziehung beteiligen können. Medienkompetenz darf nicht als Anhängsel im Unterricht behandelt werden, der Vermittlung dieser Inhalte muss eine angemessene Unterrichtszeit eingeräumt werden - als dauerhafte Aufgabe und in jedem Fach. Wichtig ist dabei, dass die Kinder ihr erlerntes "Medienwissen" auch praktisch unter professioneller Anleitung ausprobieren können - theoretisches Wissen allein hilft hier wenig."
MdL Julika Sandt
MdL Julika Sandt"Das Internet ist keine Glotze. Jugendliche nutzen neue Medien vor allem zur Kommunikation. Sie betätigen sich als Autoren, Webdesigner und Regisseure. Das birgt große Chancen, stellt aber hohe Anforderungen an die Medienkompetenz von Eltern, Lehrern und Schülern.
Wir brauchen zunächst mehr Aufklärung, etwa durch Info- und Spieleabende an Schulen. Schüler müssen lernen, was passiert, wenn sie Daten von sich preisgeben und wie sie Quellen im Internet richtig einschätzen. Am besten ist ihnen das durch aktive Medienarbeit in Kooperation mit Medienschaffenden zu vermitteln. Der Umgang mit dem Computer als vierte Kulturtechnik neben Lesen, Schreiben und Rechnen muss Eingang in den Schulalltag finden. Das erfordert neue Unterrichtsmethoden und eine verbindliche Aus- und Fortbildung in Sachen Medienkompetenz für alle Lehrer."