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Quebec-Bayern: Partnerschaft der Parlamente

Der Unternehmer aus Würzburg sieht in einem Mix aus erneuerbaren Energien „den einzig richtigen Weg für die Zukunft.“ Die Gäste besichtigten außerdem das Geothermie-Projekt in Unterhaching bei München, ein Pilotprojekt zur Strom- und Wärmeerzeugung aus Thermalwasser. „Wir stehen hier ganz am Anfang und wollen von Ihnen lernen“, stellten die Gäste fest.

Das Thema „Berufliche Bildung“ spielte ebenfalls eine zentrale Rolle. Die Gäste sprachen darüber mit Vertretern aus der Wirtschaft, aus Schulen und Hochschulen. Außerdem diskutierten sie mit Abgeordneten, die dem Ausschuss für Jugend, Bildung und Sport angehören. Neben Landtagspräsidentin Barbara Stamm nahmen sich auch die Vizepräsidenten Reinhold Bocklet, Franz Maget und Jörg Rohde viel Zeit für Gespräche und Diskussionen mit der Delegation, zeigten ihnen die Besonderheiten Bayerns, das sich – wie Québec auch – von einer landwirtschaftlich geprägten Region in einen modernen High-Tech-Standort entwickelt hat. Ein Abstecher führte deshalb auch in die BMW-Welt in München.

Bayern besteht nicht nur aus München und aus Oberbayern – auch Franken hat Unvergleichliches zu bieten! Das erlebte die Delegation auch auf ihrer Tour durch den Freistaat. Die Gruppe aus Québec ließ sich durch das mittelalterliche Rothenburg ob der Tauber führen, bestaunte den Heilig Blutaltar von Tilman Riemenschneider in der St. Jakobskirche und hörte gebannt der Schilderung vom „Meistertrunk“ zu. Der Legende nach leerte 1631 – mitten im 30-jährigen Krieg – ein Ratsherr den Pokal, der dreieinviertel Liter Wein fasst, auf einen Zug und rettete damit die Stadt vor der Zerstörung.

In Würzburg beeindruckten vor allem die Residenz, ein UNESCO- Weltkulturerbe, und der historische Hofkeller, der schon 1128 gegründet wurde und damit das älteste Weingut Deutschlands ist. Den Frankenwein gibt es in ihrer Heimat nicht, bedauerten die Gäste aus Québec. „Der Export ist sehr schwierig, speziell nach Kanada, weil dort ein Monopol alles bestimmt“, berichtete Michael Jansen, der Direktor des Weinguts. Vizepräsidentin Fatima Houda-Pepin versprach: „Wir wollen parteiübergreifend versuchen, das Geheimnis der Weineinfuhr in Kanada zu ergründen.“

Begeistert von Land und Leuten flog die Delegation zurück in ihre Heimat. „Wir werden die Kontakte weiter ausbauen und festigen“, versprachen die Abgeordneten, die viel Selbstbewusstsein ausstrahlten und viel tun, um das Gewicht und das Ansehen ihres Parlaments zu stärken. Das Parlament in Québec betreibt sogar einen eigenen Fernsehsender, um die Bürgerinnen und Bürger direkt zu informieren und ihnen die Arbeit der Abgeordneten näher zu bringen. Vizepräsident reinhold Bocklet nannte das eine interessante Idee, um dem Parlament im Wettbewerb der Medien zusätzliche Aufmerksamkeit zu sichern.



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