Festakt am 11. November 2009
Bayerischer Landtag feiert 20 Jahre Mauerfall
Mit einer Feierstunde erinnert der Bayerische Landtag am 11. November 2009 an den Fall der Mauer vor 20 Jahren. Festrednerin ist die Wissenschaftlerin Dagmar Schipanski, bis vor kurzem Präsidentin des Landtags von Thüringen. Der Schriftsteller Reiner Kunze, der 1977 nach ständigem Druck aus der DDR nach Bayern übersiedelte, liest Lyrik und Prosa aus den vergangenen 50 Jahren. Bei der Veranstaltung begegnen sich Zeitzeugen und junge Menschen von heute, die damals noch Kinder oder noch gar nicht geboren waren.
Text: Heidi Wolf | Fotos: Jürgen Bauer, Thüringer Landtag, dpa
05.11.2009

Vilshofen - erste Anlaufstelle für Tausende von DDR-Flüchtlingen
Uwe Suchomel aus Hohenfels hat im Herbst 1989 für das Bayerische Rote Kreuz das Auffanglager in Vilshofen an der Donau organisiert, unterstützt von 200 Helfern. Die Zeltstadt war die erste Anlaufstelle für Tausende von DDR-Flüchtlingen, die über Ungarn in den Westen kamen. Hanns Dorfner, damals stellvertretender Landrat des Landkreises Passau, und Hans Gschwendtner, zweiter Bürgermeister von Vilshofen, waren vorne mit dabei. Ihre Chefs befanden sich im Urlaub und so knüpften sie gemeinsam mit den Hilfsorganisationen, den Kirchen und vielen Freiwilligen ein Netz für die Flüchtlinge. Gschwendtner erinnert sich noch gut an die Euphorie damals. „Man hat ein Gespür bekommen, was Freiheit bedeutet.“ 20 Jahre später begegnen die beiden Lokalpolitiker im Landtag ehemaligen Flüchtlingen und Helfern, zum Beispiel Hans-Ulrich Schmolin, der damals für den Bundesgrenzschutz arbeitete. Klaus Stöcker, der Leiter der Aufnahmestelle Nürnberg, kommt ebenso wie Dieter Döhla, 1989 Oberbürgermeister von Hof. Bis zu 40 000 Reisende aus Ostdeutschland trafen nach der Grenzöffnung täglich in der oberfränkischen Grenzstadt an – für die Zeitzeugen waren das unvergessene Erlebnisse.
Robert Lebegern ist der Leiter des Deutsch-Deutschen Museums in Mödlareuth. Die Amerikaner nannten das 50-Einwohner-Dorf am Ende der Welt „Little Berlin“. Eine Mauer ging mitten durch den Ort. Der thüringische Teil gehörte zur DDR, die andere Hälfte zu Bayern. Davon können die früheren Bürgermeister Arnold Friedrich aus Mödlareuth-West und Ulrich Schmidt aus Mödlareuth-Ost berichten.
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