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Bankmanager und Politiker im Zeugenstand
Nicht ausgeräumt werden konnte dieser Verdacht durch den Zeugen Oliver Bender. Der externe Berater vom Bankhaus Rothschild empfahl den BayernLB-Vorständen eindringlich wegen der Risiken und Unklarheiten einen maximalem Kaufpreis von 1,5 Milliarden Euro für den 50-Prozent-Anteil. Dass dann 1,625 Milliarden Euro gezahlt und Regressansprüche ausgeschlossen wurden, bezeichnete er seinerzeit in einer ersten Reaktion als „Blödsinn“. Man hatte am Ende einen hohen Kaufpreis und kein Sicherheitsnetz.Für die früheren Verwaltungsräte wirkten Benders Aussagen zumindest teilweise entlastend, weil sie deren Vermutung indirekt bestätigten, vom Bankvorstand hintergangen und selektiv informiert worden zu sein. Bender berichtete vom Auftrag des Bankchefs Werner Schmidt an ihn, eine Präsentation des HGAA-Deals für die Verwaltungsräte positiver zu formulieren. Der Zeuge bestätigte aber auch, dass die Kontrolleure nicht wirklich wissbegierig gewesen seien. An ausführliche Debatten mit ihnen zu dem milliardenschweren Geschäft könne er sich nicht erinnern.
Die These vom unbedingten Kaufwillen des BayernLB-Vorstands untermauerte auch der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler. Der Nachfolger des 2007 noch amtierenden Regierungschefs Jörg Haider hat nach der Durchsicht der ihm zugänglichen Akten festgestellt, dass die BayernLB in ein „leidenschaftliches Brautwerben“ um die HGAA eingestiegen sei. Dass diese unter einem „veritablen Getriebeschaden“ gelitten habe, hätten die Banker aus München gewusst. „Schieben Sie keine Verantwortung nach Kärnten, die Verantwortung liegt in München“, sagte Dörfler. Auch der damalige HGAA-Chef Siegfried Grigg stützte diese These. „Der Fehler der Bayern war nicht der Einstieg bei der HGAA, sondern der Ausstieg im Dezember 2009“, erklärte er. Die Miteigentümer der HGAA in Österreich jedenfalls hätten schon bald das Vertrauen in die Unternehmensführerschaft der BayernLB verloren. Diese habe die Konsolidierung der neuen Tochter nicht mit dem nötigen Nachdruck verfolgt, sondern offenbar zu stark mit dem Wertverlust in ihrem Portfolio mit maroden amerikanischen ABS-Papieren beschäftigt gewesen, mutmaßte Grigg.
Der Untersuchungsausschuss setzt die Zeugenbefragungen nach der Sommerpause mit den früheren Verwaltungsräten der BayernLB sowie dem zur Zeit des HGAA-Kaufs amtierenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) fort.
Der Untersuchungsausschuss setzt die Zeugenbefragungen nach der Sommerpause mit den früheren Verwaltungsräten der BayernLB sowie dem zur Zeit des HGAA-Kaufs amtierenden Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) fort.
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