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Arbeitsgruppe UN-Konvention

Auf dem Weg zur Inklusion an Schulen

Die interfraktionelle „Arbeitsgruppe UN-Konvention“, bestehend aus Mitgliedern des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport, hat sich vor Ort über Möglichkeiten und Herausforderungen bei der Inklusion an Schulen informiert: „Wir hatten bereits einen Runden Tisch und einige Anhörungen zu diesem Thema“, erklärt Georg Eisenreich (CSU), stellvertretender Ausschussvorsitzender und Sprecher der Arbeitsgruppe. „Nun wollen wir sehen, wie sich die Situation in der Praxis von Regelschulen und Förderzentren darstellt.“ Die Redaktion begleitete die Arbeitsgruppe beim Besuch verschiedener Einrichtungen im Großraum München.
Text: Eva Spessa | Fotos: Michael Fröhlich, Gymnasium Kirchseeon
07.07.2010 
Gymnasium Kirchseeon
Das Gymnasium Kirchseeon etwa ist das erste und bislang einzige Gymnasium in Bayern mit einer Außenklasse: Neun Kinder mit geistigen Behinderungen vom Förderzentrum Korbinianschule in Steinhöring haben ihr Klassenzimmer im Gymnasium Kirchseeon. Neben ihrem eigenen, sonderpädagogischen Unterricht nehmen sie gemeinsam mit nicht behinderten Kindern an den Wahlkursen „Gemeinsam bewegen“ und „Kreativ musizieren“ sowie an Projekten in den Regelklassen und an Schulveranstaltungen teil. „Unsere Regelschüler lernen im Miteinander mit unserer Außenklasse soziale Kompetenzen wie Respekt und Rücksichtnahme in einem besonders hohen Maß“, erklärt Schulleiterin Gabriele Söllheim. „Und die Schüler der Außenklasse erleben einen Alltag außerhalb ihres ‚geschützten Bereichs’.“ Eine Ausweitung des Projekts zum Beispiel auf zwei Außenklassen jedoch würde die Möglichkeiten der Schule übersteigen – dafür fehle es vor allem an Lehrern.

Privatgymnasium Derksen
Am Kleinen Privaten Lehrinstitut Derksen, einem Privatgymnasium im Münchner Südwesten, hat rund die Hälfte der Schüler speziellen und sehr unterschiedlichen Förderbedarf. „Wir versuchen, die Perspektive der Kinder einzunehmen, um herauszufinden, wie wir sie am besten unterstützen können“, erklärt Jan Derksen, Geschäftsführer der Schule. In enger Zusammenarbeit mit den Eltern, den Schülern, Universitäten und anderen Experten erarbeitet die Schule individuelle Lösungen für die behinderten Kinder und Jugendlichen: Technische Hilfsmittel spielen eine Rolle, vor allem aber auch das Engagement der Lehrer, die auf jeden Schüler seinen Bedürfnissen entsprechend eingehen. So hat etwa in diesem Schuljahr ein schwerst körperbehinderter Schüler das beste Abitur seines Jahrgangs gemacht.

Sonderpädagogische Förderzentren
Dass an den Grund- und Hauptschulen kein Kind ungefördert bleibt, gewährleisten die Sonderpädagogischen Förderzentren. Die Arbeitsgruppe besuchte das SFZ Freising sowie das SFZ München Mitte 1. Einhelliger Tenor: Es fehlen Mittel. Die Klassen seien zum Teil größer als in den örtlichen Hauptschulen, klagt die Schulleitung in Freising. Sowohl in Freising als auch in München verwiesen die Verantwortlichen auf die ungenügende Ausstattung des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes (MSD), dessen knapp bemessene Stundenzahlen viel zu wenig Arbeit mit den Schülern zuließen. Aufgabe des MSD ist es, den sonderpädagogischen Förderbedarf von Schülern an Regelschulen abzudecken und damit die Notwendigkeit der Beschulung an einem Förderzentrum zu vermeiden.


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