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29. März 2011

Untersuchungsausschuss BayernLB/ HGAA: Fraktionen ziehen Bilanz

In 29 mitunter tagesfüllenden Sitzungen hat der zweite Landesbank-Untersuchungsaussschuss versucht, die Umstände des Kaufs der österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die Bayerische Landesbank im Jahr 2007 aufzuklären. Das fehlgeschlagene Engagement, das Ende 2009 durch die Abgabe der HGAA an die Republik Österreich für einen symbolischen Euro beendet wurde, kostete das quasi verstaatlichte Institut und den bayerischen Steuerzahler rund 3,7 Milliarden Euro. Insgesamt arbeiteten sich die neun Mitglieder des Ausschusses durch gut 300 Aktenordner und befragten 74 Zeugen.

Am 29. März 2011 wurden im Landtagsplenum der von CSU und FDP verfasste Schlussbericht sowie der gemeinsame Minderheitenbericht der Oppositionsfraktionen SPD, Freie Wähler und Bündnis 90/ Grüne vorgestellt und diskutiert. Hier die Positionen der fünf Landtagsfraktionen im Überblick:

Klicken Sie im Reiter auf die einzelnen Fraktionen, um die Statements der Fraktionsvertreter lesen zu können.

Entscheidende Fragestellungen des Ausschusses waren, wie der seinerzeit paritätisch von Mitgliedern der Staatsregierung und Vertretern der bayerischen Sparkassen besetzte Verwaltungsrat der BayernLB die genehmigungspflichtige Kaufabsicht des Bankvorstandes aufsichtsrechtlich begleitete und unter welchen Unständen er schließlich den Erwerb der HGAA trotz erkennbarer Risiken billigte. Zudem sollte geklärt werden, ob es 2009 eine Alternative zum verlustreichen Abstoßen der HGAA gegeben hätte. Letzteres wurde – mit Ausnahme einiger Zeugen aus Österreich –  von allen Befragten verneint.

Zu den wichtigsten Zeugen zählten neben den seinerzeitigen Vorständen der BayernLB, die jedoch allesamt wegen anhängiger staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsverfahren in der Causa HGAA von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machten, die damaligen Mitglieder des Verwaltungsrates mit den Vorsitzenden Kurt Faltlhauser und Siegfried Naser an der Spitze, sowie Vertreter der eingeschalteten Beratungsfirmen und Wirtschaftsprüfer. Aus Österreich wurden führende Vertreter anderer HGAA-Eigentümer und weitere Beteiligte an dem Banken-Deal geladen. Höchstrangige Zeugen waren der frühere Ministerpräsident Edmund Stoiber und der aktuelle Regierungschef Horst Seehofer (beide CSU).

Auf der Basis der beiden vom Ausschuss eingeholten Rechtsgutachten der Professoren Reiner Schmidt und Marcus Lutter kamen die Abgeordneten fraktionsübergreifend zu dem Ergebnis, dass die Verwaltungsräte in wichtigen Punkten zumindest fahrlässig ihre Aufsichtspflichten verletzt hatten, für die beiden damaligen Vorsitzenden des Kontrollgremiums, Faltlhauser und Naser, könne sogar eine grobe und damit womöglich schadenersatzpflichtige Fahrlässigkeit nicht ausgeschlossen werden. Der Verwaltungsrat habe sich insgesamt zu sehr auf die Aussagen des Vorstandes der BayernLB bezüglich des Risikos verlassen, anstatt die Grundzüge des Geschäfts kritisch zu hinterfragen. Zu unterschiedlichen Auffassungen gelangten die Ausschussmitglieder der Regierungs- und der Oppositionsfraktionen bezüglich der Tragweite der Verfehlungen und den daraus resultierenden Konsequenzen.

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